Was hilft mir dabei, …
Was hilft mir dabei, nach einer belastenden Situation wieder zu mir zurückzufinden und meinen inneren Halt zu spüren?
Nach einer belastenden Situation hilft es mir zuerst, nicht sofort wieder funktionieren zu wollen. Mein Körper und meine Gefühle brauchen Zeit, um zu begreifen, dass der schwierige Moment vorbei ist. Ich darf stehen bleiben, durchatmen und wahrnehmen, was gerade in mir geschieht. Dabei muss ich weder sofort eine Lösung finden noch alles erklären. Der erste Schritt zurück zu mir besteht darin, mich selbst nicht zusätzlich unter Druck zu setzen. Mein Körper kann mir dabei Orientierung geben. Ich spüre bewusst meine Füße auf dem Boden, lehne mich an eine Wand oder setze mich an einen vertrauten Platz. Einige ruhige Atemzüge helfen mir, wieder im gegenwärtigen Moment anzukommen. Manchmal brauche ich Wärme, eine Tasse Tee, eine Decke oder etwas zu essen. Solche einfachen Dinge lösen die belastende Situation nicht, doch sie vermitteln meinem Inneren Sicherheit und erinnern mich daran, dass ich mich versorgen kann.
Auch Abstand kann wichtig sein. Ich muss nicht jedes Gespräch sofort fortsetzen und nicht jede Nachricht unmittelbar beantworten. Wenn meine Gedanken kreisen, schreibe ich zunächst auf, was passiert ist, was ich dabei gefühlt habe und was ich jetzt brauche. Dadurch kann ich unterscheiden, was tatsächlich geschehen ist und welche Befürchtungen oder alten Verletzungen zusätzlich geweckt wurden. Das Schreiben gibt meinen Gefühlen einen Platz, ohne dass sie sofort mein Handeln bestimmen müssen. Vertraute Orte helfen mir ebenfalls, meinen inneren Halt wiederzufinden. Das kann ein stiller Platz in meiner Wohnung, ein Weg am Rhein, ein Wald oder ein Ort aus meiner Vergangenheit sein, mit dem ich Schutz und Zuversicht verbinde. Natur, Wasser und vertraute Bilder geben mir das Gefühl, wieder Boden unter den Füßen zu bekommen. Auch Musik kann mich zurückholen. Manche Lieder tragen Gefühle, für die ich selbst noch keine Worte finde. Andere wecken Kraft, Wärme oder eine Erinnerung daran, wer ich jenseits der belastenden Situation bin.
Hilfreich ist außerdem ein Mensch, der zuhört, ohne sofort zu urteilen oder Lösungen vorzugeben. Ich darf sagen: „Ich brauche gerade keine Antwort. Ich möchte nur, dass jemand einen Moment bei mir bleibt.“ Gleichzeitig kann ich mich bewusst zurückziehen, wenn mir Gespräche zu viel werden. Innerer Halt entsteht nicht dadurch, dass ich immer erreichbar bleibe, sondern dadurch, dass ich meine Bedürfnisse ernst nehme. Ich frage mich schließlich: Was gehört gerade wirklich zu mir – und was wurde mir durch die Situation aufgeladen? Nicht jede Anschuldigung, Erwartung oder Stimmung eines anderen Menschen muss ich übernehmen. Ich darf meinen Anteil betrachten, ohne die gesamte Verantwortung zu tragen. Zu mir zurückzufinden bedeutet nicht, sofort wieder stark oder fröhlich zu sein. Es bedeutet, meine Mitte langsam wieder zu spüren: meinen Atem, meinen Körper, meine Grenzen, meine eigenen Gedanken und meine Wahlmöglichkeiten. Mein innerer Halt ist nicht verschwunden. Vielleicht wurde er erschüttert oder kurz überdeckt – doch ich kann Schritt für Schritt wieder Kontakt zu ihm aufnehmen.


Was hilft mir dabei, …
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Episode 5 – Zusammenfassung
Warum ist manchmal Freundschaft in Frage gestellt worden? – Was fehlte?
Wenn Worte im Hals stecken bleiben
Kindergartenfreundschaft – Liebe – wie ist das möglich?






































