Herz attackiert Seele
Herz attackiert Seele
Mein Herz fühle ich nicht mehr.
Nicht, weil es aufgehört hat zu schlagen.
Sondern weil es irgendwann aufgehört hat, mir zu vertrauen.
Es war zu oft offen.
Zu oft weich.
Zu oft bereit, noch eine Chance zu geben, obwohl meine Seele längst geflüstert hat:
Bitte nicht noch einmal.
Aber das Herz hört selten auf die Seele.
Es rennt los, wenn es bleiben sollte.
Es hält fest, wenn längst alles weh tut.
Es nennt Sehnsucht Liebe und Vertrautheit Schicksal.
Und dann steht die Seele da.
Still.
Müde.
Mit all den Splittern in den Händen, die das Herz hinterlassen hat.
Vielleicht war es nie die Liebe, die mich zerstört hat.
Vielleicht war es mein Glaube daran, dass Liebe alles heilen kann.
Auch das, was mich jeden Tag ein kleines Stück mehr von mir entfernt hat.
Ich habe gelächelt, während innen etwas leiser wurde.
Ich habe funktioniert, obwohl ich längst nicht mehr gefühlt habe.
Ich habe gesagt: „Es geht schon.“
Und jedes Mal hat meine Seele ein bisschen weniger geglaubt.
Jetzt ist mein Herz wie ein Raum in mir, dessen Tür verschlossen ist.
Ich weiß, es ist da.
Aber ich komme nicht hinein.
Vielleicht braucht es keinen Druck.
Keine großen Worte.
Keine neuen Versprechen.
Vielleicht braucht mein Herz nur Ruhe.
Einen Ort ohne Kampf.
Ohne Erwartung.
Ohne Menschen, die Wärme suchen, aber Feuer hinterlassen.
Ich will wieder fühlen.
Aber nicht mehr um jeden Preis.
Ich will lieben.
Aber nicht mehr gegen mich selbst.
Denn meine Seele hat genug geblutet für ein Herz, das immer wieder in dieselbe Richtung lief.
Vielleicht beginnt Heilung genau hier:
Nicht dort, wo ich wieder alles spüre.
Sondern dort, wo ich endlich ehrlich sage:
Ich fühle mein Herz nicht mehr.
Aber ich bin noch da.
Und solange ich noch da bin, gibt es einen Weg zurück.
Nicht zurück zu dir.
Nicht zurück zum Schmerz.
Sondern zurück zu mir.











